Kartoffelchips selber machen — und zwar ohne Friteuse und ohne im Fett zu schwimmen? Das geht, und zwar richtig gut! Mit dem Dörrautomat bekommst du knusprige Kartoffelchips, die mit einem Bruchteil des Fetts auskommen und trotzdem fantastisch schmecken. Das ist einer der Tricks, die ich am liebsten zeige, weil die Reaktion immer die gleiche ist: ungläubiges Staunen, gefolgt von begeistertem Knabbern.
Zugegeben, der Dörrautomat braucht seine Zeit — das ist kein 20-Minuten-Projekt. Aber dafür musst du nichts überwachen. Ich stelle meinen Dörrautomat abends an und habe morgens knusprige Chips. Werner vom Hundezuchtverein meinte letztens, meine selbstgemachten Chips schmecken besser als die von seiner Lieblingsmarke. Und Werner ist bei Chips ein ziemlicher Kenner!
Inhaltsverzeichnis
Die besten Kartoffelsorten für Chips
Nicht jede Kartoffel eignet sich gleich gut für Chips. Die Sorte macht einen echten Unterschied:
| Sorte | Kochtyp | Eignung | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Linda | Festkochend | Sehr gut | Knusprig, goldgelb |
| Annabelle | Festkochend | Sehr gut | Dünn, zart-knusprig |
| Belana | Festkochend | Gut | Kräftiger Geschmack |
| Agria | Vorwiegend festk. | Gut | Leicht mehlig, intensiv |
| Mehligkochende | Mehlig | Weniger gut | Bröckelig, zerfallen leicht |
Annas Tipp
Probiere auch mal bunte Kartoffelsorten! Violette oder rote Kartoffeln ergeben wunderschöne Chips, die auf jeder Party zum Hingucker werden. Helga war beim letzten Grillabend völlig begeistert von meinen lila Kartoffelchips.
Vorbereitung: Wässern ist der Schlüssel
Die Vorbereitung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Hier sind die wichtigsten Schritte:
1. Schneiden — hauchdünn!
Schneide die Kartoffeln mit einem Gemüsehobel oder einer Mandoline in 1–2 mm dünne Scheiben. Von Hand bekommst du sie kaum gleichmäßig genug. Ob du die Kartoffeln schälst oder nicht, ist Geschmackssache — mit Schale werden die Chips rustikaler.
2. Wässern — der entscheidende Schritt
Lege die Kartoffelscheiben für 20–30 Minuten in eine Schüssel mit kaltem Wasser. Dabei wird überschüssige Stärke ausgewaschen. Das ist wichtig, denn die Stärke verhindert, dass die Chips knusprig werden, und führt zu unschöner Bräunung. Nach dem Wässern das Wasser abgießen — es sollte trüb sein.
3. Trocknen — gründlich!
Tupfe jede einzelne Scheibe mit Küchenpapier trocken. Ja, das ist mühsam, aber nasse Kartoffelscheiben brauchen ewig im Dörrautomat und werden nicht richtig knusprig. Je trockener du sie bekommst, desto besser das Ergebnis.
Beim Wässern wird die Stärke entfernt, und das ist der entscheidende Unterschied zwischen knusprigen und pappigen Chips. Ich wässere meine Kartoffelscheiben immer mindestens 20 Minuten — manchmal sogar über Nacht im Kühlschrank, wenn ich es abends vorbereite.
Kartoffelchips dörren: Anleitung
Kartoffelchips aus dem Dörrautomat
Zutaten: 500 g festkochende Kartoffeln, 1 EL Olivenöl, Meersalz, Gewürze nach Wahl
Anleitung:
- Kartoffeln waschen, optional schälen, in 1–2 mm Scheiben hobeln.
- Scheiben 20–30 Minuten in kaltem Wasser einweichen.
- Abgießen und jede Scheibe gründlich trockentupfen.
- Mit Olivenöl beträufeln und nach Geschmack würzen.
- Einzeln auf Dörreinschübe legen — keine Überlappung!
- Bei 57 °C für 10–14 Stunden dörren.
- Nach 7–8 Stunden wenden und Einschübe tauschen.
- Fertig, wenn goldbraun und knusprig.
Gewürz-Variationen
Selbstgemachte Chips kannst du nach Belieben würzen — hier sind meine Favoriten:
- Klassisch: Meersalz — simpel und perfekt
- Paprika: Edelsüß-Paprikapulver und Salz
- Rosmarin-Knoblauch: Frischer Rosmarin, Knoblauchpulver, Olivenöl
- Sour Cream & Onion: Zwiebelpulver, Dill, saure Sahne-Pulver
- BBQ: Geräuchertes Paprikapulver, Zwiebelpulver, brauner Zucker
- Essig-Chips: Vor dem Dörren in Essigwasser einlegen statt in normalem Wasser
Profi-Tipps für perfekte Chips
- Gleichmäßige Dicke: Verwende unbedingt einen Hobel — das ist der wichtigste Tipp
- Nicht stapeln: Jede Scheibe braucht Luftzirkulation
- Geduld: Nicht die Temperatur hochdrehen — bei über 65 °C werden die Chips braun und bitter
- Wenig Öl: Ein leichter Film reicht — zu viel macht die Chips fettig
- Abkühlen lassen: Chips werden beim Abkühlen noch knuspriger
Lagerung & Haltbarkeit
| Methode | Haltbarkeit | Hinweis |
|---|---|---|
| Luftdichte Dose | 2–3 Wochen | Kühl und dunkel lagern |
| Vakuumiert | 1–2 Monate | Beste Methode für Knusprigkeit |
Mein Dörrautomat-Tipp
Kartoffelchips brauchen lange Dörrzeit und gleichmäßige Temperatur. In meinem Dörrautomat Test findest du Geräte, die dafür bestens geeignet sind.*
Weiterlesen
Häufig gestellte Fragen
Bei 57 °C brauchen Kartoffelchips etwa 10–14 Stunden. Dünne Scheiben (1 mm) sind in 8–10 Stunden fertig, dickere Scheiben (2 mm) brauchen 12–14 Stunden. Die genaue Zeit hängt auch vom Stärkegehalt der Kartoffelsorte ab.
Ja, das Wässern ist wirklich wichtig! Lege die Kartoffelscheiben 20–30 Minuten in kaltes Wasser. Dabei wird überschüssige Stärke entfernt, was die Chips knuspriger macht und unschöne Verfärbungen verhindert. Das Wasser wird trüb — ein Zeichen, dass die Stärke herausgelöst wird.
Festkochende Sorten wie Linda, Annabelle oder Belana sind ideal. Sie haben einen niedrigeren Stärkegehalt und werden gleichmäßig knusprig. Mehligkochende Sorten zerfallen leicht und werden eher bröckelig als knusprig. Auch bunte Kartoffelsorten ergeben tolle Chips!